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Dreifach- vs. Zweifachverglasung: Unterschiede & Kosten

Lesezeit: ca. 8 Minuten

Bei der Wahl neuer Fenster stehen Eigenheimbesitzer früher oder später vor einer zentralen Frage: Soll es eine Zweifach- oder eine Dreifachverglasung sein? Beide Varianten haben ihre Berechtigung, doch die Unterschiede bei Wärmedämmung, Schallschutz und Kosten sind erheblich. Wir vergleichen beide Verglasungsarten objektiv und helfen Ihnen, die richtige Entscheidung für Ihre Situation zu treffen.

Grundlagen: Wie funktioniert Isolierverglasung?

Moderne Isolierverglasungen bestehen aus zwei oder drei Glasscheiben, die durch Abstandhalter getrennt sind. Die Zwischenräume sind mit Edelgas (meist Argon oder Krypton) gefüllt, das die Wärmeübertragung deutlich reduziert. Zusätzlich sind die Glasscheiben mit einer hauchdünnen Metalloxidschicht (Low-E-Beschichtung) versehen, die Wärmestrahlung reflektiert und im Raum hält.

Bei der Zweifachverglasung gibt es einen Scheibenzwischenraum, bei der Dreifachverglasung zwei. Dieser zusätzliche Zwischenraum mit Gasfüllung und Beschichtung macht den entscheidenden Unterschied bei der Wärmedämmung aus.

U-Werte im direkten Vergleich

Der U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) ist die wichtigste Kennzahl, wenn es um die Energieeffizienz eines Fensters geht. Er gibt an, wie viel Wärmeenergie pro Quadratmeter und Kelvin Temperaturdifferenz durch das Bauteil fließt. Je niedriger der Wert, desto besser die Dämmung.

Typische Ug-Werte (nur Verglasung):

Typische Uw-Werte (gesamtes Fenster inkl. Rahmen):

Die Dreifachverglasung bietet also eine um rund 30 bis 40 % bessere Wärmedämmung als die Zweifachverglasung. In der Praxis bedeutet das spürbar weniger Wärmeverlust und geringere Heizkosten. Gleichzeitig ist der Uw-Wert der Dreifachverglasung niedrig genug, um die Anforderungen für staatliche Förderungen sicher zu erfüllen.

Schallschutz: Wer dämmt besser?

Beim Schallschutz ist die Antwort weniger eindeutig als bei der Wärmedämmung. Die Schalldämmung hängt nicht nur von der Anzahl der Scheiben ab, sondern vor allem von der Glasdicke, den Scheibenabständen und dem Aufbau der Verglasung.

Eine Standard-Dreifachverglasung mit symmetrischem Aufbau (z. B. 4/16/4/16/4 mm) kann beim Schallschutz sogar schlechter abschneiden als eine asymmetrische Zweifachverglasung, weil gleich dicke Scheiben bei bestimmten Frequenzen zum Resonanzverhalten neigen. Für guten Schallschutz kommt es auf den richtigen Verglasungsaufbau an:

Wenn Schallschutz für Sie oberste Priorität hat: etwa an einer stark befahrenen Straße: sollten Sie gezielt nach Schallschutzverglasungen fragen, unabhängig davon, ob zwei oder drei Scheiben verbaut werden.

Kosten: Was kostet der Aufpreis?

Die Dreifachverglasung ist naturgemäß teurer als die Zweifachverglasung. Der Aufpreis bewegt sich je nach Fenstergröße, Rahmenmaterial und Hersteller in folgendem Rahmen:

Diesem Aufpreis stehen jährliche Heizkostenersparnisse gegenüber. Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus mit 120 m² Wohnfläche und Gasheizung können Sie mit der Dreifachverglasung gegenüber der Zweifachverglasung pro Jahr etwa 80 bis 150 Euro an Heizkosten sparen. Der Aufpreis amortisiert sich also in der Regel innerhalb von 5 bis 10 Jahren.

Hinzu kommt, dass nur die Dreifachverglasung in den meisten Fällen die Anforderungen für die staatliche Förderung (Uw ≤ 0,95 W/(m²K)) sicher erfüllt. Mit dem BAFA-Zuschuss von bis zu 20 % wird der Aufpreis für die Dreifachverglasung in vielen Fällen vollständig ausgeglichen.

Gewicht und Rahmenanforderungen

Ein Aspekt, der oft unterschätzt wird: Dreifachverglasungen sind deutlich schwerer als Zweifachverglasungen. Eine typische Dreifachverglasung wiegt etwa 30 kg/m², eine Zweifachverglasung nur rund 20 kg/m². Das hat Auswirkungen auf die Beschläge, Scharniere und den Rahmen.

Bei der Nachrüstung im Altbau kann das Mehrgewicht ein relevanter Faktor sein. Wenn die vorhandenen Fensteröffnungen und Mauerwerksanschlüsse nicht für das höhere Gewicht ausgelegt sind, kann zusätzlicher Aufwand bei der Montage entstehen. Deshalb ist es wichtig, einen erfahrenen Fachbetrieb mit der Begutachtung zu beauftragen, bevor Sie sich für eine Verglasungsart entscheiden.

Solare Wärmegewinne: Der g-Wert

Neben dem U-Wert spielt der sogenannte g-Wert (Gesamtenergiedurchlassgrad) eine wichtige Rolle. Er gibt an, wie viel Sonnenenergie durch die Verglasung ins Rauminnere gelangt. Ein hoher g-Wert bedeutet, dass im Winter die Sonneneinstrahlung als kostenlose Heizenergie genutzt werden kann.

Die Dreifachverglasung lässt also etwa 10 bis 15 % weniger Sonnenenergie durch. Bei großen Südfenstern kann das im Winter einen messbaren Unterschied machen. Allerdings wird dieser Nachteil durch die deutlich bessere Wärmedämmung in den meisten Fällen mehr als ausgeglichen. Nur bei Passivhäusern mit sehr großen Süd-Glasflächen muss der g-Wert in der Energiebilanz genau berücksichtigt werden.

Wann lohnt sich welche Verglasung?

Dreifachverglasung ist die richtige Wahl, wenn:

Zweifachverglasung kann ausreichen, wenn:

Ein wichtiger Hinweis: Wenn Sie Fenster in einem schlecht gedämmten Altbau austauschen, sollten Sie mit Ihrem Energieberater besprechen, ob eine Dreifachverglasung ohne gleichzeitige Wanddämmung sinnvoll ist. In seltenen Fällen kann es passieren, dass die Wand zum kältesten Bauteil wird und sich dort Feuchtigkeit niederschlägt. Für die meisten Gebäude ab den 1970er Jahren ist das jedoch kein Problem. Mehr dazu erfahren Sie in unserem Artikel Fenster austauschen: Wann lohnt es sich?.

Hinweis: Alle genannten Preise und Kosten sind unverbindliche Richtwerte und dienen zur Orientierung. Die tatsächlichen Preise sind individuell und von verschiedenen Faktoren abhängig. Kontaktieren Sie uns gerne für ein kostenloses, individuelles Angebot.

Unsere Empfehlung

Für die allermeisten Bauvorhaben: ob Neubau oder Sanierung: empfehlen wir heute die Dreifachverglasung. Der Aufpreis ist in den letzten Jahren deutlich gesunken, die Energieeinsparung spürbar und die Förderfähigkeit ein zusätzlicher Vorteil. Bei Bau-Mix Bauelemente beraten wir Sie individuell, welche Verglasung und welches Profil für Ihre Anforderungen optimal sind. Auch für spezielle Anforderungen wie Schallschutz oder Sicherheitsverglasung finden wir gemeinsam mit Ihnen die passende Lösung aus unserem Glaslösungen-Sortiment.

Welche Verglasung passt zu Ihrem Projekt?

Lassen Sie sich persönlich beraten. Wir analysieren Ihre Situation vor Ort und empfehlen die optimale Verglasungslösung: inklusive Kostenvergleich und Förderberatung.

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